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Hayek: Der Wettbewerb als Entdeckungsverfahren (1968)

Kurze Passagen aus dem zentralen Text zum Wettbewerb. Auf weniger als drei Seiten stößt von Hayek drei ungeheuer wichtige Gedanken an, die jeder Ordnungspolitiker unbedingt verstanden haben sollte:

(1) Der Wettbewerb ist ein Prozess, der Wissen erst entdecken und verbreiten soll. Die deshalb lohnende Prozessbetrachtung unterscheidet sich enorm von dem stationären Zustand des "vollkommenen Wettbewerbs" der ökonomischen Wohlfahrtstheorie, zu dessen wichtigen Voraussetzungen die Annahme gehört, alles relevante Wissen sei bereits bekannt. Die "...Ergebnisse eines Entdeckungsverfahrens [sind] notwendig unvoraussagbar..."
(2) Es geht in diesem Entdeckungsverfahren um die Entdeckung und Koordination von Wissen, welches selbst durch umfassendste Mitteilungsmechanismen und leistungsfähigste Computertechnologien in der Verarbeitung nicht ohne Weiteres durch planmäßig gesteuerte Verfahren erreichbar ist, denn es geht um "...die besondere und in mancher Hinsicht immer einzigartige Kombination von Kenntnissen und Geschicklichkeiten jedes einzelnen [, die] nicht nur - und nicht einmalin erster Linie - Kenntnisse sein werden, die die Betreffenden vollständig aufzeichnen oder einer Behörde mitteilen könnten."
(3) Die spontane Marktordnung dient im Gegensatz zu einer eigentlichen "Wirtschaft" im engeren Sinne nicht der Verfolgung einer einheitlichen Wertehierarchie oder einem bestimmten Zweck. ..."es ist offenbar sinnvoll, sich zu bemühen, Bedingungen zu schaffen, in denen die Aussichten, seine Ziele wirksam zu verfolgen, für jeden beliebigen, willkürlich herausgegriffenen einzelnen so gut wie möglich sind..."

Quelle: Friedrich A. von Hayek (1968): Der Wettbewerb als Entdeckungsverfahren, Kieler Vorträge, NF 56. Hier Passagen aus Abschnitt III.

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