O-Pods - Podcasts zur Ordnungspolitik

Smith: Güter, die Sitte und Anstand "lebensnotwendig" werden lassen (1776)

Adam Smith unterscheidet in seinen Ausführungen zu den "Quellen der öffentlichen oder Staatseinnahmen" in "Wealth of Nations" Konsumgüter in "lebensnotwendige oder Luxusgüter". Auch wenn es in den zitierten Passagen nicht um eine im Sinne der Garantie einer "würdigen Lebensführung" erforderliche Mindestsicherung geht wird deutlich, dass für Adam Smith eine Unterscheidung von physisch und sozial lebensnotwendigen Gütern nicht nur naheliegend, sondern zweifellos erscheint. Was "lebensnotwendig" ist, hängt von Raum, Zeit und sozialem Umfeld ab.

Textquelle:
Adam Smith (1776): "An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations" - zitiert nach der deutschen Übersetzung von Monika Streissler "Untersuchung über Wesen und Ursachen des Reichtums der Völker", UTB Taschenbuchausgabe, Mohr Siebeck, 2005, Buch V, Kapitel ii, Abschnitt k.

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Kliemt: Sirenen der Selbstlosigkeit (2008)

Einige Auszüge des postings von Hartmut Kliemt am 27. April 2008 auf dem liberalen ordnungspolitischen Blog "Wirtschaftliche Freiheit". Hartmut Kliemt, zurzeit Professor für Philosophie und Ökonomik in Frankfurt (beurlaubt vom Lehrstuhl für Praktische Philosophie, Universität Duisburg-Essen) macht einige treffende Bemerkungen zum Zusammenhang großer Verbrechen gegen die Menschlichkeit und der jeweils in Anspruch genommenen angeblichen Gemeinwohlorientierung zur Durchsetzung der jeweiligen Ideologien. Dazu kommt die Verwandschaft der Begrifflichkeiten "Gemeinwohl" und "soziale Gerechtigkeit".

Die Missbrauchsanfälligkeit der genannten Begriffe dürfte deutlich werden. Klar herausgearbeitet wird aber auch die theoretische Unmöglichkeit, vor dem Hintergrund einer individualistischen Theorie, ein "Gemeinwohl" definieren zu können: "Die je eigenen Vorstellungen vom Gemeinwohl [definieren] am Ende nicht das Gemeinwohl, sondern nur je eigene Vorstellungen vom allgemeinen Wohl..."

Textquelle:
Hartmut Kliemt (2008): "Sirenen der Selbstlosigkeit", posting vom 27.4.2008 auf www.wirtschaftlichefreiheit.de, http://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=110

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Hayek: Sicherheit und Freiheit (1944)

Die zitierten Textstellen aus Kapitel 9 des Buches "Der Weg zur Knechtschaft" belegen unzweifelhaft, dass von Hayeks Forschungsinteresse und -schwerpunkt sicher nicht auf Fragen der Rechtfertigung von Umverteilungspolitik lag, er dennoch aber ebenso unzweifelhaft ein vernünftiges Maß von Not abwendender Umverteilungs- und Beistandspolitik in einer Gesellschaft für begrüßenswert hielt.
In den zitierten Textpassagen bezeichnet er es als "berechtigten Anspruch" des einzelnen an die Gesellschaft, die "Gewissheit eines bestimmten Existenzminimums" garantiert zu bekommen. Er führt darüber hinaus explizit aus, dass die Gewährleistung dieser "begrenzten Sicherheit" nicht nur "nicht grundsätzlich mit der Wahrung der individuellen Freiheit unvereinbar" sei, sondern "eine gewisse Sicherheit wesentlich [ist], wenn die Freiheit erhalten bleiben soll".

Textquelle:
Friedrich August von Hayek (2003): "Sicherheit und Freiheit", 9. Kapitel aus "Der Weg zur Knechtschaft".

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Arentz: Vertragstheorie, Gerechtigkeit und Politikberatung (2007)

Arentz stellt in seinem Artikel kurz die modernen vertragstheoretischen Ansätze von Rawls, Nozick und Buchanan vor und diskutiert deren praktische Relevanz für die Politikberatung. Für die Teilnehmer der Vorlesung Ordnungspolitik eignet sich der Text hervorragend, um einen schnellen Einstieg in die Diskussion zu bekommen. Die vorgetragenen Zitate beziehen sich auf die Kurzdarstellung des Grundgedankens, hinter einem Rawls'schen "Schleier des Nichtwissens" (veil of ignorance) oder einem Buchanan'schen "Schleier der Unsicherheit" (veil of uncertainty) zu argumentieren und stoßen zugleich die Debatte zur Frage vertragsexterner Gültigkeitskriterien an.

Textquelle:
Oliver Arentz (2007): "Vertragstheorie, Gerechtigkeit und Politikberatung", LIST Forum Bd. 33, Heft 2, S. 141-152.

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Homann: Die moralische Qualität der Marktwirtschaft (1994)

Karl Homann hat den Lehrstuhl für Philosophie und Öknomik an der LMU München inne und ist sicher einer der profiliertesten Wirtschaftsethiker unserer Zeit. In dem hier zitierten kurzen Beitrag klingen viele Themen an, mit denen wir uns in der Vorlesung auseinandersetzen. Im zitierten Textabschnitt geht es insbesondere um die Abgrenzung von Präfenrenzen und Restriktionen und die Frage der richtigen Verortung einer moralischen Betrachtung in modernen Gesellschaften (namentlich Wettbewerbswirtschaften) auf der Ebene der Rahmenordnung.

Textquelle:
Karl Homann (1994): "Die moralische Qualität der Marktwirtschaft", LIST Forum Bd. 20, H.1/1994, S. 15-27.

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